Geiselbachstraße

Sanierung der Geiselbachstraße

Untersuchungen im Sommer 2017 haben gezeigt, dass nicht nur die Straße sanierungsbedürftig ist, sondern auch der mehr als hundert Jahre alte, aus Sandstein gemauerte, verdolte und mittig unter der Straße verlaufende Mischwasserkanal, der Geiselbach, der die Stadtteile Rüdern, Sulzgries und Krummenacker entwässert.

Begehung des Geiselbachkanals

Die Abnutzung des Kanalbauwerks durch Verkehrsbelastungen sowie die zunehmenden Starkregenereignisse, die zur regelmäßigen Überflutung im Kanal führen, haben den Zustand derart verschlechtert, sodass die Standfestigkeit des Bauwerks nur noch unter veränderten Bedingungen gewährleistet werden kann.

Aktuelle Maßnahmen

Auswirkungen der Bauarbeiten an der Augustinerbrücke

Geiselbachstraße wird ab Mitte März zur Einbahnstraße

Die Planungen zur Sanierung bzw. Neubau des Straßen- und Kanalabschnitts zwischen dem Altstadtring (Augustinerbrücke) und der Sulzgrieser Steige laufen derzeit auf Hochtouren.

Der rund 400 m lange Abschnitt muss zeitnah saniert, bzw. erneuert werden. Nach derzeitiger Planung wird die Geiselbachstraße in Folge der Bauarbeiten an der Augustinerbrücke ab voraussichtlich 19.03.2018 zur Einbahnstraße.

Das heißt, dass man von RSKN kommend weiterhin Richtung Altstadring fahren kann, jedoch bergaufwärts den Umweg über den Hirschlandkopf und die Barbarossastraße nehmen muss.


Hintergrund, Zahlen und Fakten

Zwischen Sulzgrieser Steige und Rossneckar verläuft mittig unter der Geiselbachstraße und dem oberen Teil der Mittleren Beutau ein Mischwasserkanal, der sogenannte Geiselbach.

Der Geiselbach entwässert das gesamte Einzugsgebiet Rüdern, Sulzgries und Krummenacker. Das gesamte Niederschlagswasser, Schmutzwasser, Drainagewasser und Oberflächenwasser aus dem Gebiet wird über einen ca. 100 Jahre alten, aus Sandsteinen gemauerten Abwasserkanal abgeleitet. In diesem Bereich floss früher der Geiselbach als offenes Gewässer. Dieser Bachlauf wurde im Rahmen der Aufsiedlung der Stadt schrittweise überbaut. Das Sandsteingewölbe, durch den jetzt im Bereich der Mittleren Beutau das Mischwasser abgeleitet wird, hat eine Höhe von ca. 1,75 m und eine Breite von 1,45 m.

Bei stärkeren Niederschlägen können hier bis zu 18 m³/s abfließen (18.000 Liter pro Sekunde, oder ein Lastzug pro Sekunde). Diese Wassermengen können über keine provisorische Wasserhaltung abgeleitet werden, so dass bei stärkeren Niederschlägen die Kanalbaustelle eingestellt und geflutet werden muss.

Der rd. 400 m lange Kanalabschnitt, der jetzt zur Sanierung ansteht, verfügt über rd. 200 Anschlussleitungen (Straßeneinläufe, Hausentwässerungsleitungen), die alle im Vorfeld erfasst, untersucht und eingemessen werden müssen. Eine Vielzahl hiervon ist mit zu sanieren bzw. zu erneuern.

Nach derzeitigem Planungstand belaufen sich die voraussichtlichen Baukosten auf über 7 Millionen Euro, wobei ca. 2,3 Mio. Euro für den Straßenbau und 4,9 Mio. Euro für die Kanalerneuerung und Kanalsanierung veranschlagt werden.

Bereits erfolgte Maßnahmen

In der zweiten Jahreshälfte 2017 wurde die zulässige Geschwindigkeit wurde auf 20 km/h reduziert und das zulässige Fahrzeuggesamtgewicht auf max. 7,5 to beschränkt.

Darüber hinaus wurde eine provisorische Abdeckung in Teilbereichen, bestehend aus einer Stahlmatte samt zusätzlicher Asphaltdecke eingebaut, um ausreichend Stabilität über der Kanaltrasse zu erreichen.

Dadurch ist sichergestellt, dass neben Fahrzeugen bis 7,5 to insbesondere Linienbusse und Sonderfahrzeuge (Müll- oder Einsatzfahrzeuge) weiterhin fahren können.


Baustellenplanung 2019

Ab Juni 2019 muss die Geiselbachstraße, bzw. die Mittlere Beutau in Teilabschnitten voll gesperrt werden. Dies ist notwendig, um die Straßenbauarbeiten, wie aber auch die Kanalerneuerung abwickeln zu können. Nach momentaner Schätzung wird die Vollsperrung ca. 15 Monate andauern. Die lange Bauzeit ergibt sich aus der hohen Komplexität der Arbeiten mit den unterschiedlichen Leistungsträgern und den beengten Verhältnissen sowie den zahlreichen, kleinräumigen Bauabschnitten.

Bürgerinformation

Informationsveranstaltungen

Mittwoch, 28. Februar 2018 um 19 Uhr im Bürgerhaus RSKN
TOP 1:  Vorstellung der Bauarbeiten Geiselbach einschl. Verkehrsführung
TOP 2: Vorstellung der weiteren Bauabschnitte zur Sanierung der Sulzgrieser Straße in Rüdern
TOP 3: Fragen und Austausch

Montag, 5. März 2018 um 19 Uhr in der Turn-und Festhalle Hohenkreuz
TOP 1: Vorstellung der Bauarbeiten Geiselbach einschl. Verkehrsführung
TOP 2: Fragen und Austausch


Umleitungen, ÖPNV

Während der Phase der Vollsperrung wird der gesamte Verkehr über die Alexander-, Barbarossa- und Kirchackerstraße über den Hirschlandkopf umgeleitet.

In Zusammenarbeit mit externen Verkehrsexperten erarbeitet die Verwaltung derzeit ein umfangreiches Konzept zur Ableitung des Verkehrs auf den geplanten Umleitungsstrecken. So wird zurzeit auf der genannten Umleitungsstrecke die Realisierung einer separaten Busspur geprüft. Diese Busspur würde die Funktion des ÖPNV, unabhängig von der übrigen Verkehrslage, sicherstellen. Dies bedeutet allerdings, dass der öffentliche Parkraum entlang der Umleitungsstrecke zu Gunsten des Busverkehrs in erheblichem Maße eingeschränkt wird.

Für die Linie 109 laufen derzeit Abstimmungen mit der Stadt Stuttgart, inwiefern eine Umleitung des Busverkehrs über Uhlbach nach Obertürkheim umsetzbar ist. Zahlreiche andere Varianten, unter anderem auch durch die Weinberge oder durch die Mittlere Beutau, wurden untersucht, aber aufgrund fehlender Realisierbarkeit nicht weiter verfolgt. Zur Optimierung der Verkehrsströme auf den Umleitungstrecken sind Veränderungen an bestehenden Kreuzungen geplant. So wird derzeit untersucht, ob am Alexanderbuckel, im Einmündungsbereich der Alexanderstraße auf die Krummenackerstraße, ein Kreisverkehr die Verkehrsabläufe verbessern könnte. Am Hirschlandkopf könnte die Herausnahme der Linksabbieger die Leistungsfähigkeit erhöhen.


Umsetzung der Bauarbeiten und warum es so lange dauert...

Im betroffenen Abschnitt müssen ca. 200 Anschlussleitungen an den Kanal untersucht und teilweise auch erneuert werden.

Da es für die Abwasserableitung in diesem Bereich keine Alternativen gibt, muss die Baustelle bei stärkeren Niederschlägen eingestellt werden.

Weitere kurze Unterbrechungen sind infolge der Anforderungen der Denkmalschutzbehörde zu erwarten, diese wurden in die Zeitplanung bereits eingebaut.

Um Anwohnern, aber auch Rettungsdiensten den Zugang zu den Gebäuden jederzeit ausreichend zu gewährleisten, können die Arbeiten nur in kleineren Bauabschnitten realisiert werden.

Wir haben verschiedene Varianten zur Beschleunigung der Bauarbeiten detailliert untersucht:
Mehrschichtbetrieb scheidet aus, da das Bundesimmissionsschutzgesetz innerhalb geschlossener Bebauung Baulärm nur zwischen 7:00 Uhr und 20:00 Uhr zulässt. Der normale Einschichtbetrieb nutzt die Zeit zwischen 7:00 Uhr und 18:00 Uhr in der Regel voll aus. Eine weitere Schicht für die verbleibenden 2 Std. bis 20:00 Uhr lässt sich finanziell nicht darstellen. Zudem verfügen die Baufirmen nicht über ausreichend Personalkapazitäten, um eine zweite Schicht besetzen zu können.


Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 08.02.2018
Pressemitteilung vom 29.01.2018
Pressemitteilung vom 24.10.2017
Pressemitteilung vom 21.09.2017
Pressemitteilung vom 09.08.2017


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Kontakt

Tiefbauamt
Tiefbauamt
Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-24 13

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