Pliensaubrücke

Instandsetzung der Pliensaubrücke

1259 aus Stubensandstein erbaut, war die Pliensaubrücke von überregionaler Bedeutung und gilt als Meisterwerk mittelalterlicher Ingenieurskunst. Durch Kriegsschäden und den Bau des Neckarkanals sind Teile der Brücke zerstört worden. In der historischen Form erhalten sind heute der nördliche Torturm und die fünf Bögen im Bereich der B 10, von denen drei noch heute aus Stubensandstein bestehen.

Das historische Teilstück der Pliensaubrücke über der B 10.
Schrägluftbild der Pliensaubrücke.
Natursteinarbeiten an der Pliensaubrücke.

Maßnahmen

Die letzte Bauwerkshauptprüfung nach DIN 1076 in 2014 hat eine Zustandsnote von 4,0 ergeben und somit einen nicht ausreichenden Zustand des Brückenbauwerks. Die Standsicherheit ist augenscheinlich gegeben, jedoch ist aufgrund diverser Schäden die Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit beeinträchtigt.
 

Sowohl für die Brückeninstandsetzung als auch die Natursteinsanierung wurden Instandsetzungskonzepte erarbeitet. Beide Konzepte waren Grundlage für den Antrag einer Denkmalschutzrechtlichen Genehmigung beim Regierungspräsidium Stuttgart. Im Dezember 2015 wurde die Genehmigung erteilt und somit lag die denkmalschutzrechtliche Freigabe vor, die Planungen entsprechend dem Instandsetzungskonzept voranzutreiben.
 
Im Vorfeld wurde eine Objektbezogene Schadensanalyse, eine Untersuchung der Feuchte- und Salzbelastung sowie eine geologische Untersuchung des Bauwerks mittels Bohrungen durchgeführt.
 
Folgende Schäden wurden festgestellt:
 
- Hohlstellen und Kiesnester in den nach dem Krieg wieder hergestellten Brückenbögen aus
  Massivbeton
- Risse und Durchfeuchtungen
- Widerlager zur Brücke über den Schifffahrtskanal großflächig durchfeuchtet
- Abdichtung undicht im Bereich der Fahrbahn
- Entwässerungsabläufe beschädigt, dadurch unkontrollierter Wasseraustritt ins Bauwerk
- Entwässerungssystem z. T. nicht fachgerecht ausgeführt und beschädigt
- Befestigung der Fallleitungen am gesamten Brückenbauwerk verrostet
- Brückenabläufe stark beschädigtElektroleitungen z. T. schadhaft und defekt
- Belag stellenweise schadhaft und großflächig verwittert
- Diverse Schäden, Ausbrüche und Risse in den Natursteinen
 
Die geplanten Instandsetzungsarbeiten teilen sich in die Instandsetzung der Brücke im Bereich Ingenieurbau/Tiefbau und Natursteinarbeiten auf.
 
Folgende Instandsetzungsarbeiten sind insgesamt vorgesehen:
 
Instandsetzung Untersicht der Betonbögen:
Reprofilierung mittels Spritzbeton an den Bögen IX und VIII, da bei der Maßnahme im Jahr 2008 nur Teilbereiche umgesetzt werden konnten.
 
Instandsetzung Oberseite der Brücke:
Erneuerung/Verbesserung der FahrbahnentwässerungAustausch von chloridbelastetem Füllmaterial Einbringen neue AbdichtungNeuer Pflasterbelag einschließlich Unterbeton auf Putzschicht aus Kalkmörtel
 
Natursteinarbeiten:
Fachmännische Sanierung von abgewitterten und gerissenen Steinen und Mörtelfugen im Bereich der Pfeiler, Seitenansichten und Brückenbögen
 
In einem ersten Schritt soll in 2019 erst die Instandsetzung der Brücke aus ingenieurbautechnischer Sicht erfolgen, d.h. die Abdichtung des Bauwerks von oben einschl. der damit verbundenen Erneuerung der Leistungstrassen. Ebenfalls in 2019 werden in einem ersten Bauabschnitt Natursteinarbeiten an den Bögen V und XI in den Randbereichen der Brücke erfolgen.

Auswirkungen

Für den Fuß- und Radverkehr verbleibt durchgehend eine Restbreite von 2,50 m.

Zeitplan

Die Sanierungsarbeiten im Bereich der historischen Teilstücks über der B 10 werden zwischen März 2019 und Januar 2020 durchgeführt.

In einem weiteren Schritt werden Instandsetzungsarbeiten an den Natursteinfassaden und Bogenuntersichten im Bereich der B 10 voraussichtlich ab 2023 erfolgen. Der Abschnitt über den Neckar wird frühestens 2024 neu gebaut.


Info

Übersicht

Zeitplan März 2019 – Januar 2020
Arbeiten Brückensanierung und Natursteinarbeiten
Folgen Restbreite von 2,50 m für den Fuß- und Radverkehr
Kosten 2,9 Mio. Euro
Träger Stadt Esslingen
Kontakt Tiefbauamt
Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
tiefbauamt@esslingen.de
0711 3512-2413

Pressemitteilungen

Hilfreiche Seiten

Es liegen keine Seitenbewertungen vor
* Unter Umständen werden keine oder weniger als 10 Ergebnisse angezeigt