Pressemitteilung 2020-07-20

Starkregen am 26. Juni war 80-jähriges Wetterereignis

Dem DWD zufolge handelte es sich beim Starkregen am 26. Juni um ein extrem seltenes Wetterereignis, dass laut Statistik nur einmal in 80 Jahren vorkommt. In nur 45 Min. fiel 48l/m² Regen. Da die Kanalisation für derartige Wetterextreme nicht ausgelegt sein kann, kam es zu zahlreichen Überschwemmungen.

Starkregen führt zur Überflutung der Mittleren Beutau

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) handelte es sich beim Starkregen am 26. Juni in Esslingen um ein extrem seltenes Wetterereignis, das der höchsten Starkregenstufe 4 „Extrem heftiger Starkregen“ zugeordnet werden kann. Demnach sind in Teilen des Stadtgebiets in nur 45 Minuten etwa 48 Liter Niederschlag je Quadratmeter gefallen. Statistisch gesehen ist nur einmal in 81 Jahren mit derartigen Sturzfluten zu rechnen.

Die Auswertung der Abteilung Hydrometeorologie des DWD erfolgte anhand der Daten des Wetterradars und wurde mithilfe automatischer Niederschlagsmessgeräte angeeicht. Die Berechnung der Wiederkehrintervalle erfolgte dann auf der Basis der Starkniederschlagshöhen laut dem Starkregenkatalog KOSTRA-DWD-2010R (Koordinierte Starkniederschlags-Regionalisierungs-Auswertungen), der auf umfangreichen Auswertungen historischer Regenereignisse und statistischen Berechnungen beruht.

Der extreme Starkregen hat in Esslingen zu rund 80 Feuerwehreinsätzen geführt. Noch am Abend des 26. Juni hat Oberbürgermeister Dr. Zieger den öffentlichen Notstand in Esslingen ausgerufen, die Stadt übernimmt damit sämtliche Einsatzkosten der Rettungskräfte. An vielen Stellen in der Stadt kam es zu Sturzfluten, Hochwasser und Schlammlawinen.

„Ein ganz herzlicher Dank an alle Einsatzkräfte und die vielen Freiwilligen für ihre hervorragende Arbeit. Durch schnelles und entschlossenes Handeln konnte Schlimmeres verhindert werden“, so der Erste Bürgermeister Wilfried Wallbrecht.

Besonders betroffen waren unter anderem die Anwohnerinnen und Anwohner der Mittleren Beutau, wo das Regenwasser aus drei Tälern ohne jede Ausweichmöglichkeit zusammenfließt. Obwohl die vorhandenen Regenrückhaltebecken optimal ausgenutzt wurden, wurde die höchste jemals gemessene Hochwassermarke hier dennoch um etwa 20–30 cm überschritten. Die Niederschläge waren so stark, dass ein Großteil des Wassers nur oberflächig abgeleitet werden konnte und so teilweise in Häuser und Keller eindrang.

Ursache dafür ist aber keinesfalls eine mangelhafte Infrastruktur. Die öffentliche Kanalisation kann nie für alle Wetterextreme ausgelegt sein. In aller Regel bietet die Kanalisation einschließlich dem Straßenquerschnitt einen Überflutungsschutz für Regenereignisse, die statistisch maximal alle 30 Jahre wiederkehren. Das Land Baden-Württemberg informiert unter  https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/, welche vorbeugende Maßnahmen Anlieger gegen noch heftigere Starkregenereignisse treffen können.

Auch der aktuelle Neubau des Geiselbachkanals hat die Sturzfluten weder verursacht noch verstärkt. Zwar ist ein gewisser Einstau des Kanals notwendig, um das Abwasser temporär umleiten zu können, dieser wurde aber an geeigneter Stelle gewählt und hat keine bedeutende Querschnittsverengung zur Folge.

Um die schwer getroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern der Mittleren Beutau unbürokratisch zu unterstützen, hat die Stadt zwischenzeitig Container aufgestellt. Über 5 t Müll wurde so auf städtische Kosten entsorgt. Auch in Bezug auf Schadensmeldungen unterstützt die Stadt die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner soweit als möglich. Auf einer Informationsveranstaltung am 8. Juli wurde das weitere Vorgehen besprochen und offene Fragen beantwortet. Schäden sollten in Wort und Bild festgehalten werden und Schadensmeldungen sowohl an die eigene Versicherung als auch an das Tiefbauamt erfolgen. Die Versicherungen klären dann untereinander, wer für den entstandenen Schaden aufzukommen hat.

Da infolge des Klimawandels mit vermehrten Starkregenereignissen gerechnet werden muss, plant die Stadtverwaltung, im Herbst eine überarbeitete Starkregenanalyse in den Gemeinderat einzubringen. Zwar sind die vorhandenen Möglichkeiten zur Eindämmung von Hochwasserschäden bereits weitgehend ausgeschöpft. Dennoch könnten sich Folgeschäden, etwa durch die Schaffung von Retentionsflächen, teilweise weiter abmildern lassen.

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