Pressemitteilung 2020-04-23

Archäologische Forschung im Zuge des Kanalneubaus

Plangemäß wird derzeit die historische Bausubstanz des Geiselbachkanals untersucht, um sie der Nachwelt bestmöglich zu erhalten. Während der etwa dreiwöchigen Dokumentation werden die Bauarbeiten an anderer Stelle fortgeführt.

Grabungen im Bereich der Stadtmauer

Der Neubau des Geiselbachkanals ist in vollem Gange. In der Geiselbachstraße ermöglicht eine Schottertragschicht bereits wieder die Nutzung der östlichen Seite und der Abbruch der westlichen Seite kann beginnen. In der Mittleren Beutau ist die temporäre Abwasserführung in Betrieb, vorhandene Leitungen sind umgelegt und die Baugrube im Bereich des jüdischen Friedhofs ist ausgehoben.

Nun untersucht das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart das freigelegte Kulturdenkmal und dokumentiert die vorhandenen historischen Zeugnisse.

Denn nicht immer floss der Geiselbach unterirdisch in die Stadt. Ursprünglich ein offener Bachlauf, wurde er im Mittelalter zunehmend kanalisiert. Diverse Abbildungen und Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert zeigen noch den seit dem Spätmittelalter kanalisierten, aber offenen Bachlauf in der Beutauvorstadt. Erst um 1905 wurde die heutige Geiselbachstraße angelegt und damit der Geiselbach überbaut.

Archäologisch interessant ist vor allem ein aufgrund seiner Dimensionen auch „Halle“ genannter Bereich zwischen den Einmündungen der Turmstraße und der Unteren Beutau. Hier kreuzt die Stadtmauer aus dem 13./14. Jahrhundert den Kanal, die sich als Teil der Esslinger Burganlage den Hang hinaufzog und die Stadt im Spätmittelalter vor Angriffen schützen sollte. Reste dieser Befestigung begrenzen heute die Südseite des jüdischen Friedhofs, der selbst erst im 19. Jahrhundert angelegt wurde.

Unter der Straße sind, aufgrund des ehemals tiefer liegenden Bachbetts, noch Teile des aufgehenden Mauerwerks dieser Befestigung erhalten geblieben. Davon zeugen alte Steinmetzzeichen im Mauerwerk. Im Zuge der Kanalarbeiten wurde diese Mauer nun freigelegt. Auch Überreste eines ehemaligen Stadttors befinden sich in diesem Bereich. Ebenfalls freigelegt wurde ein ehemaliges Einlassbauwerk für den Geiselbach, das an die Stadtmauer anschließt. Der erhaltene Rest eines Haltesteins weist darauf hin, dass hier einstmals ein Fallgatter herabgelassen werden konnte, um ein feindliches Eindringen durch den Bach zu verhindern.

Gemälde von August Braisch, spätes 19. Jahrhundert, wohl nach älterer Vorlage gemalt. Vor der Stadtmauer erkennt man ein aus Quadersteinen gemauertes Bogengewölbe. Hierbei handelt es sich ursprünglich nicht um eine Brücke – diese wäre viel zu steil – sondern vermutlich um Reste einer Streichwehr zum Schutz der Befestigung.

Von besonderem Interesse ist darüber hinaus ein der Stadtmauer vorgelagertes Bauwerk, das aus Abbildungen des 19. Jahrhunderts als eine seltsam anmutende Brücke erhalten ist. Vermutlich handelt es sich um eine Streichwehr, die in der Mitte des 16. Jahrhunderts zur Ertüchtigung der Befestigung errichtet wurde und diesen Bereich mit Flankenfeuer schützen sollte. Die Freilegung des Areals im Zuge der Bauarbeiten kann hier näheren Aufschluss geben.

Für die archäologischen Untersuchungen werden etwa 3 Wochen benötigt. Da bereits frühzeitig ersichtlich war, dass bedeutende, spätmittelalterliche Befunde im Bereich der „Halle“ erhalten sind, kommen die Untersuchungen des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart keineswegs überraschend. Vielmehr wurden sie bereits im Vorfeld bei den Planungen berücksichtigt. So können die Bauarbeiten an anderer Stelle parallel fortgeführt werden.

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