Pressemitteilung 2019-03-13-2

Pliensaubrücke: Instandsetzungsarbeiten an Steinbogenbrücke starten an 18. März

Am 18.03.2019 starten die Arbeiten zur Instandsetzung der Pliensaubrücke. Die Sanierungsarbeiten sollen in 2 Bauabschnitten bis Ende November 2019 erfolgen. Die Brücke bleibt mit einer Restbreite von 2,50 m für Fußgänger und Radfahrer weiterhin nutzbar.

Am 18.03.2019 starten im Auftrag der Stadt Esslingen die Arbeiten zur Instandsetzung der Pliensaubrücke. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende historische Steinbogenbrücke überspannt sowohl den Neckar wie auch die B 10. Der Zeitplan sieht vor, dass die Sanierungsarbeiten in 2 Bauabschnitten bis Ende November 2019 erfolgen. In dieser Zeit bleibt die Brücke mit einer Restbreite von 2,50 m für Fußgänger und Radfahrer benutzbar. Die Gesamtprojektkosten liegen bei rund 2,9 Mio €.

Im Brückenbogen über der B 10 in Fahrtrichtung Göppingen erfolgt im Rahmen einer 3 – tägigen Vollsperrung am 21.06. bis 23.06.2019 eine Betoninstandsetzung mittels Spritzbeton ausgeführt. Eine örtliche Umleitung über die Pliensauvorstadt wird ausgeschildert. Der Verkehr wird an der Ausfahrt „Pliensauvorstadt“ ausgeleitet und über die Stuttgarter Str. und Berkheimer Str. wieder auf die B 10 geführt.

Zunächst erfolgt die Instandsetzung der Brücke aus ingenieurbautechnischer Sicht, d.h. mit Abdichtungs- und Belagsarbeiten oben auf dem Bauwerk, sowie den Spritzbetonarbeiten an den Untersichten. Im Rahmen der Bauarbeiten werden nach Angaben des städtischen Tiefbauamtes auch die Gas- und Wasserleitungen durch die Stadtwerke Esslingen erneuert.

Die Steinsanierungsarbeiten umfassen Arbeiten in den Bögen V und IX in den Randbereichen außerhalb der B 10, sowie an den Innenseiten der Brüstungen und Bögen. Die Instandsetzungsarbeiten an den Natursteinfassaden und Bogenuntersichten im Bereich der B 10 sollen in einem weiteren Schritt frühestens ab 2020 oder 2021 ff erfolgen. Die dafür in den Folgejahren erforderlichen weiteren Haushaltsmittel werden anhand der bei den ersten Bauabschnitten gewonnenen Erkenntnissen ermittelt.
Die Gesamtprojektkosten liegen bei rund 2,9 Mio. €. Die Ingenieur-/Tiefbauarbeiten in Höhe von 2,17 Mio. € wurden an die Firma Georg Moll Tief- und Straßenbau GmbH & Co.KG aus Gruibingen vergeben. Die Steinsanierungsarbeiten in Höhe von 0,4 Mio. € wurden an Steinmetzmeister Baki aus Esslingen vergeben. Die insgesamt veranschlagten Baukosten von rd. 2,64 Mio. € werden somit eingehalten.


Historie

Die original erhaltenen Abschnitte der Pliensaubrücke stammen aus dem 13. Jahrhundert (Baujahr 1259) und bestehen aus Stubensandstein. Die Brücke ist eine der ältesten erhaltenen Steinbogenbrücken nördlich der Alpen und hatte im Mittelalter überregionale Bedeutung. Durch Kriegsschäden und den Bau des Neckarkanals sind Teile der Brücke zerstört bzw. abgerissen/gesprengt worden. Heute sind noch 6 Bögen zwischen Pliensauturm und Stuttgarter Straße im Bereich der B10 vorhanden. So bestehen heute zwei Massivbögen aus Stahlbeton und nicht mehr aus Stubensandstein. Der Fahrbahnaufbau wurde in den vergangenen Jahrzehnten bei diversen Leitungsbaumaßnahmen immer wieder verändert, die bestehende Brüstung besteht aus Beton und ist mit Natursteinen verblendet.

Die letzte Bauwerkshauptprüfung nach DIN 1076 in 2014 hat eine Zustandsnote von 4,0 ergeben und somit einen nicht ausreichenden Zustand des Brückenbauwerks. Die Standsicherheit ist gesichert, allerdings ist aufgrund diverser Schäden die dauerhafte Verkehrssicherheit beeinträchtigt. Sowohl für die Brückeninstandsetzung als auch die Natursteinsanierung wurden Instandsetzungskonzepte erarbeitet. Beide Konzepte waren Grundlage für den Antrag einer Denkmalschutzrechtlichen Genehmigung beim Regierungspräsidium Stuttgart. Im Dezember 2015 wurde die Genehmigung erteilt und somit lag die denkmalschutzrechtliche Freigabe vor, die Planungen entsprechend dem Instandsetzungskonzept voranzutreiben.


Umfangreiche Schadenbilanz an der Brücke

Bei einer objektbezogenen Schadensanalyse, einer Untersuchung der Feuchte- und Salzbelastung sowie eine geologische Untersuchung des Bauwerks mittels Bohrungen wurden folgende Schäden festgestellt:
· Hohlstellen und Kiesnester in den nach dem Krieg wieder hergestellten Brückenbögen aus Massivbeton
· Risse und Durchfeuchtungen
· Widerlager zur Brücke über den Schifffahrtskanal großflächig durchfeuchtet
· Abdichtung undicht im Bereich der Fahrbahn
· Entwässerungsabläufe beschädigt, dadurch unkontrollierter Wasseraustritt ins Bauwerk
· Entwässerungssystem z. T. nicht fachgerecht ausgeführt und beschädigt
· Befestigung der Fallleitungen am gesamten Brückenbauwerk verrostet
· Brückenabläufe stark beschädigt
· Elektroleitungen z. T. schadhaft und defekt
· Belag stellenweise schadhaft und großflächig verwittert
· Diverse Schäden, Ausbrüche und Risse in den Natursteinen
Die geplanten Instandsetzungsarbeiten des ersten Bauabschnitts teilen sich in die Instandsetzung der Brücke im Bereich Ingenieurbau/Tiefbau und Natursteinarbeiten auf.

Folgende Instandsetzungsarbeiten sind insgesamt vorgesehen:

Instandsetzung Untersicht der Betonbögen · Reprofilierung mittels Spritzbeton an den Bögen IX und VIII, da bei den Arbeiten 2008 nur Teilbereiche umgesetzt werden konnten.
Instandsetzung Oberseite der Brücke: · Erneuerung/Verbesserung der Fahrbahnentwässerung
· Austausch von chloridbelastetem Füllmaterial
· Einbringen neue Abdichtung
· Neuer Pflasterbelag einschließlich Unterbeton auf Putzschicht aus Kalkmörtel
Natursteinarbeiten · Fachmännische Sanierung von verwitterten und gerissenen Steinen sowie Mörtelfugen im Bereich der Pfeiler, Seitenansichten und Brückenbögen

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