Pliensaubrücke

Pliensaubrücke / Steinbogenbrücke über die B10

Die original erhaltenen Abschnitte der Pliensaubrücke stammen aus dem 13. Jahrhundert (Baujahr 1259) und bestehen aus Stubensandstein. Die Brücke ist eine der ältesten erhaltenen Bogenbrücken nördlich der Alpen und hatte im Mittelalter überregionale Bedeutung.

Pliensaubrücke-Aktuell

28. März 2019

Instandsetzungsarbeiten an der Pliensaubrücke über die B 10 sind mit Tiefbau / Ingenieurbau und Natursteinarbeiten gestartet.  In Längsrichtung der Brücke wurde ein Bauzaun gestellt und auf der Seite Pliensauvorstadt ein Materiallager errichtet. Im Bereich des Brückenbogens an der Neckaruferseite wurde ein Gerüst aufgebaut, das für die Steinsanierungsarbeiten erforderlich ist.

Da die Brücke während der Bauarbeiten für Fußgänger und Radfahrer weiter nutzbar bleiben muss, sind die Bauarbeiten nur unter äußerst beengten und erschwerten Bedingungen möglich. Baufahrzeuge können nicht aneinander vorbeifahren. Die Breite des Baufeldes lässt ein Arbeiten nur in eine Richtung zu. Zunächst wurde mittels Bagger der alte Pflasterbelag abgebrochen. Diese Arbeiten erfolgten bis Ende vergangener Woche. In dieser Woche wurden anschließend innerhalb von 2 Tagen mittels einer Fräse die Asphalt- und Betonschichten herausgelöst. Aktuell werden die alten Bestandsleitungen der Stadtwerke Esslingen ausgebaut. Anschließend erfolgt der Aushub bis auf die geplante Sohle für die neuen Gasleitungen.

Auf der Neckarseite haben die Steinmetze mit der Reinigung der Natursteine begonnen, um anschließend die Dokumentation der geschädigten Steine zu erstellen. Diese ist erforderlich, um den Umfang der zu sanierenden Natursteine festzulegen. Die Arbeiten liegen im Zeitplan.

Maßnahmen

Die letzte Bauwerkshauptprüfung nach DIN 1076 in 2014 hat eine Zustandsnote von 4,0 ergeben und somit einen nicht ausreichenden Zustand des Brückenbauwerks. Die Standsicherheit ist augenscheinlich gegeben, jedoch ist aufgrund diverser Schäden die Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit beeinträchtigt.
 

Sowohl für die Brückeninstandsetzung als auch die Natursteinsanierung wurden Instandsetzungskonzepte erarbeitet. Beide Konzepte waren Grundlage für den Antrag einer Denkmalschutzrechtlichen Genehmigung beim Regierungspräsidium Stuttgart. Im Dezember 2015 wurde die Genehmigung erteilt und somit lag die denkmalschutzrechtliche Freigabe vor, die Planungen entsprechend dem Instandsetzungskonzept voranzutreiben.
 
Im Vorfeld wurde eine Objektbezogene Schadensanalyse, eine Untersuchung der Feuchte- und Salzbelastung sowie eine geologische Untersuchung des Bauwerks mittels Bohrungen durchgeführt.
 
Folgende Schäden wurden festgestellt:
 
- Hohlstellen und Kiesnester in den nach dem Krieg wieder hergestellten Brückenbögen aus
  Massivbeton
- Risse und Durchfeuchtungen
- Widerlager zur Brücke über den Schifffahrtskanal großflächig durchfeuchtet
- Abdichtung undicht im Bereich der Fahrbahn
- Entwässerungsabläufe beschädigt, dadurch unkontrollierter Wasseraustritt ins Bauwerk
- Entwässerungssystem z. T. nicht fachgerecht ausgeführt und beschädigt
- Befestigung der Fallleitungen am gesamten Brückenbauwerk verrostet
- Brückenabläufe stark beschädigtElektroleitungen z. T. schadhaft und defekt
- Belag stellenweise schadhaft und großflächig verwittert
- Diverse Schäden, Ausbrüche und Risse in den Natursteinen
 
Die geplanten Instandsetzungsarbeiten teilen sich in die Instandsetzung der Brücke im Bereich Ingenieurbau/Tiefbau und Natursteinarbeiten auf.
 
Folgende Instandsetzungsarbeiten sind insgesamt vorgesehen:
 
Instandsetzung Untersicht der Betonbögen:
Reprofilierung mittels Spritzbeton an den Bögen IX und VIII, da bei der Maßnahme im Jahr 2008 nur Teilbereiche umgesetzt werden konnten.
 
Instandsetzung Oberseite der Brücke:
Erneuerung/Verbesserung der FahrbahnentwässerungAustausch von chloridbelastetem Füllmaterial Einbringen neue AbdichtungNeuer Pflasterbelag einschließlich Unterbeton auf Putzschicht aus Kalkmörtel
 
Natursteinarbeiten:
Fachmännische Sanierung von abgewitterten und gerissenen Steinen und Mörtelfugen im Bereich der Pfeiler, Seitenansichten und Brückenbögen
 
In einem ersten Schritt soll in 2019 erst die Instandsetzung der Brücke aus ingenieurbautechnischer Sicht erfolgen, d.h. die Abdichtung des Bauwerks von oben einschl. der damit verbundenen Erneuerung der Leistungstrassen. Ebenfalls in 2019 werden in einem ersten Bauabschnitt Natursteinarbeiten an den Bögen V und XI in den Randbereichen der Brücke erfolgen.
 
Die Instandsetzungsarbeiten an den Natursteinfassaden und Bogenuntersichten im Bereich der B 10 sollen in einem weiteren Bauabschnitt ab voraussichtlich 2021 durchgeführt werden.

Auswirkungen

Bauphase A                Restbreite Brücke 2,50 m, Fußgänger/Radfahrer frei
Bauphase B                Restbreite Brücke 2,50 m, Fußgänger/Radfahrer frei
 
Vollsperrung B 10 Fahrtrichtung GP 3 Tage am WE 21. – 23.06.2019
Verkehrspläne (1,4 MB)
Pressemitteilung vom 13.03.19

Zeitplan

Baubeginn                  18.03.2019
Bauende                     22.11.2019
 
Bauphase A                18.03. – 19.07.2019
 
Bauphase B                22.07. – 22.11.2019
 
Vollsperrung              
Bogen VIII
Fahrtrichtung GP       21.06. – 23.06.2019 B 10 Fahrtrichtung Göppingen